Die Pentatonik

25

Zuerst kurz die Erklärung, damit wir wissen, womit wir es zu tun haben. Die Pentatonik (griechisch, penta = fünf) steht in der Musik für die Verwendung einer Tonleiter (Skala), die im Gegensatz zur Heptatonik nicht 7, sondern nur 5 Töne umfasst. Eine solche Tonleiter wird auch Fünftonleiter genannt.

Die Pentatonik wird häufig als erste Skala erlernt und gilt deshalb unter den Gitarristen als die wohl bekannteste Tonleiter. Besonders in der Rockmusik ist die Pentatonik das A und O und ist in den meisten Riffs und Soli wiederzufinden.

Wie ist die Pentatonik aufgebaut

Die Pentatonik Tonleiter ist auf dem Griffbrett in fünf Positionen (auch Patterns genannt) unterteilt. Damit du später mit der Pentatonik spielen und improvisieren kannst, musst du dir erstmal diese fünf Griffbilder einprägen.

Pentatonik Positionen

Wichtig zu wissen: Es gibt z.B. keine spezifische “E-Moll Pentatonik”, wie man manchmal hört und liest. Die fünf verschiedenen Positionen können auf dem Griffbrett für jede Tonart verwendet werden. Dazu erfährst du in Teil 2 mehr.

Noch kurz zum Fingersatz für die verschiedenen Positionen. Für die Lernphase empfehle ich dir, die folgenden Fingersätze (rot markiert) zu verwenden:

Pentatonik Fingersatz

1 = Zeigefinger
2 = Mittelfinger
3 = Ringfinger
4 = Kleiner Finger

So kannst du dir die Positionen über die Fingersätze einprägen, was hilfreich sein kann. Ausserdem trainierst du den kleinen Finger gleich mit.

Wenn du die fünf Positionen erstmal beherrschst, brauchst du dich nicht mehr zwingend an diese Fingersätze zu halten. In der Praxis wird sowieso mit allen möglichen Fingersätzen gespielt – erlaubt ist, was gefällt und bequem ist.

Nachdem du die fünf Positionen kennengelernt hast, geht es nun weiter in der Pentatonik.

Dur oder Moll?

Wie bereits gesagt, gibt es keine Dur- oder Moll-Pentatonik nach einzelnen Tönen. Oft liest oder hört man “…wie lautet die E-Moll Pentatonik?”. Die einzelnen Positionen können auf dem ganzen Griffbrett gespielt werden, abhängig vom Grundton. Am besten stellt man sich das ganze wie ein Puzzle vor, bei dem man die fünf Positionen “aneinander reihen” kann.

Grundsätzlich lassen sich die fünf Positionen zu jedem Song verwenden. Wichtig ist lediglich zu wissen, was der Grundton des Stücks ist.

Wenn du einen Song heraushören oder dazu improvisieren möchtest, dir aber nicht sicher bist, welche Tonart es ist, dann nimm einfach die erste Position der Moll- oder Dur-Pentatonik (siehe unten). Am besten lässt du dein Ohr entscheiden, ob die Tonart Moll oder Dur ist, resp. es sich “richtig” anhört. Manchmal (z.B. im Blues) klingen jedoch beide gut. Aus der Position die besser passt, ergeben sich dann die restlichen vier.

Moll
Pentatonik Positionen Moll

Dur
Pentatonik Positionen Dur

Wie du wahrscheinlich bereits festgestellt hast, sind die fünf Positionen genau die gleichen. Lediglich die Reihenfolge unterscheidet sich bei Moll und bei Dur.

So, nun kommen wir im dritten Teil zu einem praktischen Beispiel, damit du dir die Vorgehensweise vorstellen kannst.

Nehmen wir mal an du hast einen Song oder einen Backingtrack, zu dem du gerne etwas improvisieren möchtest.

Du findest heraus, dass der Track den Grundton A und die Tonart Moll hat. Das A liegt auf der tiefen E-Saite im fünften Bund. Nun nimmst du die erste Position und spielst diese vom fünften Bund auf der tiefen E-Saite aus.

Unten siehst du, wie unser Grundton A in den Positionen rot markiert ist. Bei der ersten Position ist die erste Note gleich ein A.

Pentatonik Positionen Moll

Diese Vorgehensweise kannst du nun bei jedem beliebigen Song genau gleich anwenden.

Auf dem ganzen Griffbrett aneinander gereiht sehen die Positionen von A an so aus:

Das Üben der Pentatonik Positionen

Wichtig: Nimm dir Zeit beim Lernen der Pentatonik. Beginne zuerst mit der ersten Position.

Spiele die erste Position ganz langsam rauf und wieder runter. Wenn du dich sicherer fühlst, kannst du das Tempo langsam erhöhen. Die eingekreisten Zahlen markieren wiederum, welchen Finger du am besten benützt.

Das gleiche machst du dann mit den anderen Positionen. Wenn du regelmässig übst und du die fünf Positionen auswendig kennst, dann bist du bereit für den nächsten Schritt – das Verbinden aller Positionen über das ganze Griffbrett.

Schlagwörter:

25 Kommentare

  1. Heinz K sagt:

    Der erste,ders gut erklärt hat

  2. Daniel sagt:

    Da stimme ich zu!!!! Einmal gelesen und sofort verstanden.
    GROßES Lob an den Atuor

  3. Michael Herb sagt:

    Vielen Dank für das Lob! Es freut mich, dass sich die Arbeit gelohnt hat und euch die Übersicht weiterhilft.

  4. Didier sagt:

    Enfin…genau was ich gesucht habe…thanks a lot….

  5. Jan sagt:

    Endlich…. ich habs verstanden und kann was damit anfangen!!!!!

    Danke Danke
    (werde dich mal weiterempfehlen:) )

  6. joe sagt:

    hallo michael

    danke, super erklärt! hätte da noch zwei fragen:

    1. zuerst lerne ich die einzelnen 5 positionen und kann diese anschliessen aneinander reihen?

    2. auf welchen bünden können und werden denn die einzelnen positionen gespielt?

    vielen dank
    joe

  7. Harry sagt:

    War schon mal gut zu kapieren, Danke

  8. hoschie sagt:

    sign! endlich mal alle positionen auf einen blick und eine gute erklärung.

    was sich mir leider nicht erschließt:
    wieso sind die, hier in dem beispiel, 2.-5. position auch A?
    Wo der erste Ton doch garkein A ist.

    vllt beantwortet das die erste frage schon gleich mit aber;

    was für eine rolle spielt die positions-nummer überhaupt,
    ist es nicht egal ob ich vom 1. Schema ins 4. springe oder vom 3. auf’s 2. etc.

    hoffe jemand versteht was ich meine ^^

  9. Michael Herb sagt:

    Danke für dein nettes Feedback. Die Positionen oder Skalen dienen lediglich der logischen Orientierung. Sobald man einmal alle kennt, kann man die natürlich frei kombinieren resp einzelne Töne oder Licks daraus. Oder vereinfacht gesagt: Wenn man beim Hinhören keine Skalen oder Positionen bemerkt, dann ist man auf dem richtigen Weg.

  10. hoschie sagt:

    naja ich raff die läufe nich ganz, bei der ersten position ist das ja noch ganz easy;
    man startet auf dem grundton und endet auch mit ihm, aber wie ist das bei den anderen?
    ich glaub da liegt bei den meisten das problem mit den pentas ;)

  11. fidelius sagt:

    Endlich – wie lang hab´ ich danach schon gesucht! Jetzt muss ich´s nur noch verstehen und anwenden – na Prost^^

    Vielen Dank!

  12. AltenWemser sagt:

    Sauber! Gut und einfach erklärt. Eine Frage hätte ich da noch bzw. habe ich es so verstanden:

    Wenn ich z.B. die Pentatonik (wie in deinem Beispiel in der Einleitung erwähnt) in Em spielen möchte, fange ich dann mit der 1.Position auf der tiefen E-Saite im 12ten Bund an, Position 2 im 15ten Bund Position 3 im 17ten usw.

    Und wenn ich das Ganze in Gm spielen möchte fang ich dann im 3ten Bund der tiefen E-Saite an. Also immer den Grundton auf der tiefen E-Saite suchen und von da ab losspielen.
    Richtig verstanden?

  13. Michael Herb sagt:

    Hi! Genau, richtig verstanden :-)

    Bei Em kannst du die 1. Position übrigens auch ganz zuoberst auf dem Griffbrett spielen. Nur, dass dann die Noten, die du normalerweise mit dem Zeigefinger greifen würdest, der Sattel übernimmt. Du spielst da somit Leersaiten.

  14. AltenWemser sagt:

    Danke :-)

    Jetzt erstmal fleißig üben. Grüße

  15. johannes sagt:

    Hallo Michael,

    Glückwunsch , das Praktische für die Anwendung hast Du super
    herausgefiltert aus dem sonstigen Wust anderer Erklärer.

    Die meisten Erklärer setzten zuviel Vorkenntnisse voraus
    bei den Pentaton- Neulingen.

    Danke – gut gemacht – kann man mit Weiterführendem rechnen?
    So nach dem Motto :” das kleine Solo für zwischendurch”
    Das wäre prima.

    Tschüss – und Gutes Neues Jahr-. Johannes

  16. Michael Herb sagt:

    Hi Johannes, danke für dein Lob! Nun ja, da der Wunsch jetzt schon so oft geäussert wurde, kann ich mir einen Teil 2 oder 3 durchaus vorstellen.

    Was stellst du dir denn vor, eine Einführung “Solieren mit der Pentatonik”?

  17. ich sagt:

    die anordnung der pattern irritieren mich!

    pos.5 ist doch normal die 2.lage?!

    gruss an alle

  18. ich sagt:

    pos.5 sollte eigentlich G. penta sein, wieso legst du sie auf Fis???

    das verwirrt und man lernt wohlmoeglich falsche noten, der
    fingersatz (pattern ablauf ist aber richtig).

    gruss

  19. Michael Herb sagt:

    Nun, als Ausgangslage in meinem Beispiel dient ein “A”. Dementsprechend kommen alle Positionen wie aufgezeigt zu liegen. Der Grundton ist entscheidend, deshalb ist Position 5 genauso wenig “fixiert” wie die ganze Pentatonik an sich.

  20. Marco sagt:

    Hammer! Die erste verständliche Erklärung der Pentatonik auf der Gitarre!! Vielen Dank dafür! Bei den anderen Quellen sah das Ganze immer schrecklich komplex aus.

  21. Christian sagt:

    Hallo Michael,

    super erklärt!
    Ich schreibe selbst auch viele Gitarrennoten und Griffbilder für meine Schüler. Darf ich dich mal fragen, mit welchem Programm du z.B. die Pentatonik-Griffbilder erstellst? Genau
    so etwas suche ich auch, um Tonleitern etc. in Worddokumente einfügen zu können. Für einen Tip wäre ich dir sehr dankbar!
    Viele Grüße

    Christian

  22. Heinz sagt:

    Hi!

    Frage: Warum kann man im obigen Beispiel (a-moll) die 4. Position nicht einfach an die 3. dranhängen und danach die 5. Position spielen?

    Sorry für die dämliche Frage. Bin Anfänger!

    LG Heinz

  23. miro sagt:

    Fehlt bei der A-Moll Pentatonik nicht ein h? .. 9ter Bund auf der A seite ?

  24. miro sagt:

    schuldigung das tutorial ist top !!!!:D Hab gleichzeitig bei nem anderen geguckt gehabt

Kommentar verfassen

© 2012 Stringworks. Alle Rechte vorbehalten.
Designed by Theme Junkie.
blogoscoop