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Aktuelle Seite: Startseite / Spieltechnik / Flageoletts, Harmonics, Obertöne

Flageoletts, Harmonics, Obertöne

1. April 2008 von Stringworks Redaktion Kommentar verfassen

Gastbeitrag von Bennie Heinrich

wie bring‘ ich meine Gitarre zum kreischen?

Da man ja immer wieder auf Leute stößt, die wissen wollen, wie sie „ihre Gitarre zum jaulen bringen“ oder eine Diving Bomb machen können, habe ich mir überlegt, mal einen kleinen Workshop über dieses Thema zu schreiben.

Zunächst einmal lassen wir den Jammerhaken außen vor und widmen uns nur der Erstellung von Obertönen auf der Gitarre. Hier haben wir zwei grundlegende Möglichkeiten, zwei grundlegende Arten von Obertönen oder Harmonics.

1) Natural Harmonics / Flageoletts
2) Artificial Harmonics / Flageoletts mit der rechten Hand

Als erstes zu den Natural Harmonics. Mit ihnen kommt man als Gitarrist oft recht früh in Kontakt, wenn es z.B. um das Stimmen der Gitarre geht. Auch bei der Einstellung der Intonation sind die Natural Harmonics für uns Gitarristen unverzichtbar.

Wie mach ich ein Natural Harmonic / Flageolett?

Ein Natural Harmonic erhält man, indem man einen Finger der linken Hand über ein Bundstäbchen legt, die Saite mit der rechten Hand anschlägt und direkt darauf den Finger der Greifhand vom Griffbrett abnimmt. Diese Technik klappt vor allem auf dem 5, 7 und 12ten Bund und auf allen Saiten. Es ist wichtig, den Finger nur auf die Saite zu legen und nicht etwa einen Ton -wie üblich- richtig zu greifen. Natürlich kommt es auch auf das richtige Timing an. Der Flageolett ist zwar meist auch zu hören, wenn man den Finger auf der Saite liegen lässt, jedoch dämpft man ihn dadurch erheblich.

Am besten, man experimentiert mit den Obertönen viel herum, dann lassen sich oftmals schöne Effekte erzielen. Wenn ihr mit den Natural Harmonics vertraut seit, könnt ihr ja mal die E-Moll Pentatonik nur mit Obertönen spielen. Der Fingersatz dazu sieht so aus:

-------128
-------126
77-----124
75-----122
73---------
71---------

(In rot dahinter die Zahlen, in der Reihenfolge, wann welcher Ton gespielt wird, wenn die Pentatonik nur aufwärts gespielt werden soll. Es muss immer eine Saite übersprungen werden!)

Nun weiter zu den Artificial Harmonics oder den „Flageoletts mit der rechten Hand“

Das sind die Obertöne, zu denen man so viele Fragen liest. Im folgenden will ich versuchen die Technik möglichst einfach zu erklären.

Greife mit der linken Hand den Ton C auf der G-Saite (5. Bund). Nun schlägst du die G-Saite mit einem Abschlag ungefähr 11-12 cm vom Steg entfernt an. Lass dabei die Kuppe des Daumens der rechten Hand die Saite leicht berühren und zwar zusammen mit dem Pick. Wenn du es richtig machst, erhältst du das C, aber 2 Oktaven höher.

Experimentiere mit dieser Technik herum. Du kannst die Position der rechten Hand verändern, um die Tonhöhe zu verändern, du kannst um Oktaven und größere Intervalle springen. Führst du die Technik an anderen Bundpositionen aus, ändern sich auch die Positionen der Flageoletts. Spiele also viel herum. Die Technik funktioniert überall, mal besser, mal schlechter. Wenn du gleichzeitig mit der linken Hand ein Bending machst, wird der Effekt noch offensichtlicher und kommt besser zur Geltung. Richtig abgefahrene Kreischer kannst du jetzt schon aus deiner Gitarre holen, indem du ein (starkes) Fingervibrato ausführst.

Nun können wir (endlich ;-) ) zu der Benutzung des „Whammy Bars“ – Jammerhaken kommen

Hier bieten sich einige Möglichkeiten, auf viele verschiedene Arten zu „jammern“. Für die nachfolgenden Techniken brauchst du unbedingt ein Pick und auch reichlich Verzerrung.

Nummer 1:

Schlage die G-Saite an und zwar, während du einen Finger der Greifhand über den 3ten Bund legst, erstelle so ein Natural Harmonic und drücke den Haken ganz nach unten bis die Saiten ausklingen. Du kannst auch auf mehren Saiten gleichzeitig Flageoletts in dieser Position oder in anderen machen und damit experimentieren. Es ist deine Entscheidung, den Jammerhaken direkt runterzudrücken (Versuch es >> langsam, schnell, zittrig,..) oder ihn immer wieder nur leicht zu bewegen.

Nummer 2:

Schlage über die D, G und H Saite mit einem Breiten Abschlag ca. 10 cm vom Steg entfernt und sorge so für ein A.H. Drücke Den Vibratohebel nun mit der linken (Greifhand) nach unten. Auf diese Weise kannst du auch schnell hintereinander Diving Bombs „abfeuern“, denn die Artificial Harmonics funktionieren natürlich auch auf Leersaiten in verschiedenen Positionen und auf allen Saiten. Experimentiere herum. Es wird bald klappen!

Nummer 3:

Drücke den Vibratohebel etwas herunter und verfahre mit den Flageoletts wie bei #2. Lass den Vibratohebel nun langsam wieder in seine normale Position zurückkehren, direkt danach drücke ihn schnell wieder runter. Du kannst auch versuchen, den hohen Ton länger zu halten.

Nummer 4: Denk dir mehr aus, es gibt viele Möglichkeiten!

Nummer 5: Lass das Jammern auch mal ganz sein.

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