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Die Pentatonik

Von Michael Herb

Zuerst kurz die Erklärung, damit wir wissen, womit wir es zu tun haben. Die Pentatonik (griechisch, penta = fünf) steht in der Musik für die Verwendung einer Tonleiter (Skala), die im Gegensatz zur Heptatonik nicht 7, sondern nur 5 Töne umfasst. Eine solche Tonleiter wird auch Fünftonleiter genannt.

Die Pentatonik wird häufig als erste Skala erlernt und gilt deshalb unter den Gitarristen als die wohl bekannteste Tonleiter. Besonders in der Rockmusik ist die Pentatonik das A und O und ist in den meisten Riffs und Soli wiederzufinden.

Wie ist die Pentatonik aufgebaut

Die Pentatonik Tonleiter ist auf dem Griffbrett in fünf Positionen (auch Patterns genannt) unterteilt. Damit du später mit der Pentatonik spielen und improvisieren kannst, musst du dir erstmal diese fünf Griffbilder einprägen.

Pentatonik Positionen

Wichtig zu wissen: Es gibt z.B. keine spezifische “E-Moll Pentatonik”, wie man manchmal hört und liest. Die fünf verschiedenen Positionen können auf dem Griffbrett für jede Tonart verwendet werden. Dazu erfährst du in Teil 2 mehr.

Noch kurz zum Fingersatz für die verschiedenen Positionen. Für die Lernphase empfehle ich dir, die folgenden Fingersätze (rot markiert) zu verwenden:

Pentatonik Fingersatz

1 = Zeigefinger
2 = Mittelfinger
3 = Ringfinger
4 = Kleiner Finger

So kannst du dir die Positionen über die Fingersätze einprägen, was hilfreich sein kann. Ausserdem trainierst du den kleinen Finger gleich mit.

Wenn du die fünf Positionen erstmal beherrschst, brauchst du dich nicht mehr zwingend an diese Fingersätze zu halten. In der Praxis wird sowieso mit allen möglichen Fingersätzen gespielt – erlaubt ist, was gefällt und bequem ist.

Nachdem du die fünf Positionen kennengelernt hast, geht es nun weiter in der Pentatonik.

Dur oder Moll?

Wie bereits gesagt, gibt es keine Dur- oder Moll-Pentatonik nach einzelnen Tönen. Oft liest oder hört man “…wie lautet die E-Moll Pentatonik?”. Die einzelnen Positionen können auf dem ganzen Griffbrett gespielt werden, abhängig vom Grundton. Am besten stellt man sich das ganze wie ein Puzzle vor, bei dem man die fünf Positionen “aneinander reihen” kann.

Grundsätzlich lassen sich die fünf Positionen zu jedem Song verwenden. Wichtig ist lediglich zu wissen, was der Grundton des Stücks ist.

Wenn du einen Song heraushören oder dazu improvisieren möchtest, dir aber nicht sicher bist, welche Tonart es ist, dann nimm einfach die erste Position der Moll- oder Dur-Pentatonik (siehe unten). Am besten lässt du dein Ohr entscheiden, ob die Tonart Moll oder Dur ist, resp. es sich “richtig” anhört. Manchmal (z.B. im Blues) klingen jedoch beide gut. Aus der Position die besser passt, ergeben sich dann die restlichen vier.

Moll
Pentatonik Positionen Moll

Dur
Pentatonik Positionen Dur

Wie du wahrscheinlich bereits festgestellt hast, sind die fünf Positionen genau die gleichen. Lediglich die Reihenfolge unterscheidet sich bei Moll und bei Dur.

So, nun kommen wir im dritten Teil zu einem praktischen Beispiel, damit du dir die Vorgehensweise vorstellen kannst.

Nehmen wir mal an du hast einen Song oder einen Backingtrack, zu dem du gerne etwas improvisieren möchtest.

Du findest heraus, dass der Track den Grundton A und die Tonart Moll hat. Das A liegt auf der tiefen E-Saite im fünften Bund. Nun nimmst du die erste Position und spielst diese vom fünften Bund auf der tiefen E-Saite aus.

Unten siehst du, wie unser Grundton A in den Positionen rot markiert ist. Bei der ersten Position ist die erste Note gleich ein A.

Pentatonik Positionen Moll

Diese Vorgehensweise kannst du nun bei jedem beliebigen Song genau gleich anwenden.

Auf dem ganzen Griffbrett aneinander gereiht sehen die Positionen von A an so aus:


Das Üben der Pentatonik Positionen

Wichtig: Nimm dir Zeit beim Lernen der Pentatonik. Beginne zuerst mit der ersten Position.

Spiele die erste Position ganz langsam rauf und wieder runter. Wenn du dich sicherer fühlst, kannst du das Tempo langsam erhöhen. Die eingekreisten Zahlen markieren wiederum, welchen Finger du am besten benützt.


Das gleiche machst du dann mit den anderen Positionen. Wenn du regelmässig übst und du die fünf Positionen auswendig kennst, dann bist du bereit für den nächsten Schritt – das Verbinden aller Positionen über das ganze Griffbrett.

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